DTM

Andrea Dovizioso: „Ich werde es einfach genießen“

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Andrea Dovizioso bei Testfahrten mit dem Audi RS 5 DTM auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians

Der Ducati-Pilot Andrea Dovizioso hat sich bei Testfahrten mit dem Audi RS 5 DTM auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli auf seinen Gasteinsatz bei dem DTM-Event in Misano vorbereitet. Anschließend ließ der italienische MotoGP-Star die anderthalb Testtage Revue passieren.

Herr Dovizioso, was bedeutet es Ihnen, auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli Ihre DTM-Premiere zu erleben?

Gerade für uns italienische Rennfahrer hat der Kurs aufgrund seiner Tradition natürlich einen großen Stellenwert. Ich persönlich bin in der Nähe aufgewachsen. Vergangenes Jahr konnte ich zudem das Moto-GP-Rennen in Misano gewinnen. Der Kurs hat für mich daher ganz klar etwas Besonderes. Umso mehr hat es mich gefreut und auch ein wenig stolz gemacht, als die Anfrage kam, ob ich bei den DTM-Rennen in Misano als Gastfahrer dabei sein möchte.

Wie viel Spaß haben Ihnen die Runden im Audi RS 5 DTM bereitet?

Sehr viel Spaß! Ich liebe generell neue Herausforderungen. Und ein Rennauto wie den RS 5 DTM mit so viel Leistung auf einer richtigen Rennstrecke am Limit zu bewegen war definitiv neu für mich. Es hat richtig Laune gemacht.

Was war für Sie die größte Umstellung beim Wechsel von Ihrer Ducati Desmosedici GP in den RS 5 DTM?

Für mich war die größte Umstellung die Ideallinie. Mit dem RS 5 DTM ist die natürlich eine ganz andere als mit der Ducati Desmosedici.

Gab es etwas, das Sie überrascht hat?

Ja, ich war erstaunt, wie gut sich das Rennauto noch kontrollieren lässt, wenn das Heck mal leicht ausbricht. Auch bei niedrigen Drehzahlen hat der Motor genügend Leistung, um kleinere Slides noch abfangen zu können.

Was war für Sie die Herausforderung?

Mir hat am meisten Probleme bereitet, in den schnellen Kurven wirklich ans Limit zu gehen. Vor allem während der ersten sechs, sieben Runden. Dafür hat mir noch das Gespür gefehlt. Eigentlich generieren die DTM-Rennautos so viel Abtrieb, dass theoretisch noch mehr möglich ist. Mit der MotoGP-Maschine ist das etwas ganz anderes. Ich wusste, dass die DTM-Piloten in bestimmten Kurven voll fahren. Als ich die Passagen dann selbst mit dem RS 5 DTM gefahren bin, dachte ich: das ist unmöglich. Mattias hat mir dann sehr geholfen.

Wie war die Zusammenarbeit mit Mattias (Ekström) und dem Team?

Aus meiner Sicht hat die Zusammenarbeit zwischen uns beiden bestens funktioniert. Anders hatte ich es auch nicht erwartet, bei jemandem wie Mattias. Das Gleiche gilt für die gesamte Crew von Audi Sport. Die Unterstützung, die ich bekommen habe, war einfach überwältigend. Wir haben die Zeit, die uns zum Testen zur Verfügung stand, perfekt genutzt. So konnten wir nicht nur viele Runden drehen, sondern auch vieles simulieren, das am Rennwochenende auf mich zukommen wird. Anfangen von Starts über Boxenstopps und Reifenmanagement.

Mit welchen Erwartungen schauen Sie auf Ihre DTM-Premiere nächste Woche?

Was die Platzierungen anbelangt, habe ich keine Erwartungen. Das Niveau in der DTM ist bekanntermaßen extrem hoch. Ich habe mir viele Rennen angeschaut, alle scheinen sehr eng beieinander zu sein. Ich werde versuchen am Feld dranzubleiben, aber das ist aus meiner Sicht das Maximum. In vielen Momenten ist eben Erfahrung gefragt, die mir natürlich fehlt. Daher werde ich mir keine unrealistischen Ziele setzen und es einfach genießen.

Das Rennwochenende liegt genau zwischen zwei MotoGP-Rennen. Wie meistern Sie den vollen Terminplan?

Es ist nicht einfach, keine Frage. Aber ich bin es auch schon ein wenig gewohnt. Zwischen den MotoGP-Rennen bin ich sonst auch häufig unterwegs, etwa beim Motorcross. Ich mag die Abwechslung.

Werden Ihre Familie und Freunde bei den Rennen in Misano zuschauen?

Ja, davon gehe ich aus. Viele aus meiner Familie und von meinen Freunden verfolgen meine Rennen und sind generell sehr Motorsport-affin. Ich hoffe, sie werden Spaß haben, bei meinen DTM-Rennen zuzusehen.

Sören Pröpper
Motorsport und Formel-1 Fan seit den frühen 90er Jahren, hat Nigel Mansell noch im Williams gesehen und freut sich über fetten V8 Sound.

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