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Frauen mit Benzin im Blut: Caroline Grifnée

BMW-M1-Procar, Foto: Sören Pröpper
BMW-M1-Procar, Foto: Sören Pröpper

Ursprünglich wollte sie Chirurgin werden, jetzt hat sie Benzin im Blut und organisiert Track Days für historische Rennwagen.

Es ist September, Corona hat nicht nur die ganze Welt im Griff, sondern auch die Motorsport-Szene stark verändert. Die 6 Stunden von Spa für historische Rennwagen sind abgesagt, was Caroline Grifnée die Möglichkeit gab, ihren ersten Track Day in Belgien zu organisieren.

Kurzfristig angesetzt finden sich rund 20 historische Fahrzeuge auf der Ardennen-Achterbahn ein. Wahre Kraftprotze, wie der BMW M1, aber auch Spaßmobile wie der Ford Escort Broadspeed Gr2 sind am Start – getoppt von einem echten Formel-1 Renner, der Arrows A9 aus dem Jahr 1986 wird von den Jungs von Caira eingesetzt.

Caroline hat bei der Begrüßung am Vormittag trotz klassischem Ardennen-Wetter (Nieselregen, Wind, rund 12 Grad) ein breites Lächeln im Gesicht. Ist sie nicht nur die Organisatorin dieses kurzfristig angesetzten Track Days, sondern selbst ein Racer durch und durch. Ihre Eltern organisierten in Belgien jahrelang Motorsport-Events und irgendwie ist die sympathische Frau dann selbst in die Motorsport-Welt gerutscht. Jahrelang war sie im Hause Renault in verschiedenen Projekten involviert, ehe sie bei Gipimotor und jetzt mit Workin Event in den Bereich der historischen Fahrzeuge eingetaucht ist.

Als ich später im phasenweise strömenden Regen rund um die Strecke den hellbauen Ford Escort erblicke, sitzt Caroline Grifnée selbst hinter dem Lenkrad und lässt den kleinen Spaßflitzer an den Kurvenausgängen sanft mit dem Hinterteil wackeln – die Frau haut einfach Benzin im Blut.

In der Boxenanlage des legendären Ardennen-Kurs erzählt Caroline ganz in Ruhe, was ihre Track Days von anderen unterscheiden soll: Sie legt viel Wert auf die persönliche Auswahl der Teilnehmer. Jeder soll sich hier sicher fühlen und keine Angst haben, sein – teilweise sehr teures – Baby auf der Strecke zu bewegen. Auch teilt sie den Tag nicht in verschiedene Sessions ein – morgens geht es los und nach einer Mittagspause geht es bis in die Abendstunden weiter. Einzige Ausnahme war in Spa eine ca. einstündige Session nur für den 1986er Arrows A9, der neben einem kleinen Cooper als einziger Open-Wheeler dabei war.

Aufgrund der Covid-Situation musste der erste „Historic Track Day By Caroline“ leider hinter geschlossenen Türen stattfinden, aber schon für das nächste Jahr plant Caroline Grifnée aktuell fünf neue Track Days, einer davon wieder in Spa – und dann hoffentlich mit einigen Zaungästen, die sich an einem Ferrari 365 GTB/4 Daytona, Shelby Cobra Daytona oder Fahrzeugen wie dem Porsche 904 GTS erfreuen können.

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