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WEC in Spa: Wetter-Lotto

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Foto: John Rourke / AdrenalMedia.com
Foto: John Rourke / AdrenalMedia.com

Es begann so schön: Mittwochnachmittag, als der WEC-Zirkus nach Spa kam und das Fahrerlager aufbaute, zeigte sich der europäische Frühling mit fast 20 Grad und Sonnenschein. Schon am Donnerstag und Freitag gab es jedoch wechselnde Bedingungen für die WEC Piloten. Trockene Trainings gefolgt von nassen Trainings und dann wieder einem trockenen Qualifikationstraining, bei dem sich in der LMP1 Klasse Toyota die erste Startreihe sicherte.

Schon da war die Vorhersage für den Samstagmorgen wenig verheißungsvoll: Schnee! Glauben wollte das keiner aber als am Samstagmorgen die ersten Fotos von der schneebedeckten Eau Rouge die Runde machten war allen schnell klar: Das wird heute eine echte Herausforderung. Einige Fahrer sprachen jetzt im Vorfeld des Rennens davon, dass man „nur überleben will“ und das Auto irgendwie heil ins Ziel bringen will.

Zu Rennbeginn dann die Überraschung: Der Schnee war weg und die Sonne zeigte sich – ganze fünf Minuten, dann folgten die ersten angekündigten Regenschauer und es schien so, als hätte Aston Martin einen direkten Draht zum Regengott, hatte das Team den Zeitpunkt und die Dauer des Regens doch exakt so eingeschätzt – munteres Treiben in der Boxengasse war die Folge, dabei unterlief AF Corse dann ein Fehler: Harte Reifen auf nasser Strecke schien nicht die beste Idee zu sein.

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Für die Fahrer und Teams folgte eine wahre Achterbahn der Gefühle: Sonne, Regen, Schnee, Sonne, Regen und knapp 50 Minuten vor Rennende wieder Sonne. Das Wetter in den Ardenne spielte verrückt und so auch das Racing Team Nederland, dessen Fahrer einen Aston Martin aus der GT Klasse am Ende von Start-Ziel rabiat nach links abdrängte und sich dafür eine Zeitstrafe einhandelte.

Gleich viermal musste das Safety Car im gesamten Rennen ausrücken und das Feld mit niedrigem Tempo um die Strecke führen: Mal wegen rumliegender Trümmerteile, mal wegen einer unglaublich nassen Rennstrecke. Die schwierigen Bedingungen machten auch vor Doppel-Weltmeister Fernando Alonso nicht Halt: Der Spanier verbremste sich auf feuchter Strecke und drehte sich, trotz eines Bremsplatten, den sich #8 eingehandelt haben müsste, fuhr der Spanier seinen Stint ohne weitere Zwischenfälle zu Ende.

Nicht so viel Glück hatte das Schwesterauto von Toyota, Nummer Sieben musste mit einem Sensor-Problem in die Box geschoben werden und aufwändig aufgeschraubt und repariert werden – mit 4 Runden Rückstand ging es dann wieder auf die Strecke.

In der letzten Stunde des Rennens erwischte es dann auch noch Perfetti im Project 1 Porsche – der Italiener wurde von einem Ferrari leicht tuschiert und drehte sich ins Kiesbett – zwar konnte er das Rennen fortsetzen doch über Platz XX in der AM Klasse kam das Team nicht mehr hinaus.
40 Minuten vor Ablauf der 6 Stunden-Marke setze nochmals ein Schnee-Schauer ein, der eine erneute Safety Car Phase verursachte – ein Porsche Safety Car mit Schnee-Verzierung sieht man auch nicht alle Tage während neben der Strecke ein Militär-Hubschrauber am Promotionstand der belgischen Armee langsam einschneite.

Beendet wurde das Rennen den Umständen entsprechend mit einer roten Flagge durch den Renndirektor. Gegen 19:20 Uhr kam der Schnee zurück über die Strecke, obwohl es fünf Minuten zuvor noch einen Re-Start gegeben hatte.

Wenig überraschend gewann Toyota #8 mit Fernando Alonso an Bord vor – dann doch etwas überraschend – Rebellion Racing auf Platz 2 und SMP Racing auf Platz 3. In der LMP2 Klasse gewann DragonSpeed, GT Pro ging an Aston Martin und GT AM ging an Dempsey Proton Racing mit Porsche.

Beeindruckend: Alle 34 gestarteten Fahrzeuge sahen trotz einiger Ausritte das Ziel.

Sören Pröpper
Motorsport und Formel-1 Fan seit den frühen 90er Jahren, hat Nigel Mansell noch im Williams gesehen und freut sich über fetten V8 Sound.

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