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McLaren Shakedown für Indy 500 läuft nicht wie geplant

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Nachdem Regen für eine erhebliche Verzögerung des Testtages geführt hatte, konnte Alonso am Nachmittag endlich im papaya-orangenen McLaren mit der Nummer 66 auf die Strecke gehen. Die Startnummer 66 als eine Hommage an Mark Donohue.

Im Gegensatz zu seinem ersten Auftritt beim Indy 500 vor zwei Jahren, als Andretti Motorsport das Auto stellte, ist McLaren diesmal komplett eigenständig unterwegs. Eigenes Chassis, eigene Strategie, eigenes Reifen-Management – alles kommt vom Formel-1 Team des Sportwagen-Bauers aus England bzw. dem eigens zusammengestellten Indy-Team – McLaren will auch erste Erfahrungen sammeln, bevor man in 2-3 Jahren eventuell eine volle Indy-Saison in den USA fahren wird.

Doch schon bei der ersten Runde ruckelte es – wortwörtlich – im Heck des McLaren. Alonso wurde immer langsamer und verursachte die erste Gelbphase des Trainingsabschnitts bevor er zur Box zurückgeschleppt wurde und das Heck seines Wagens aufgeschraubt wurde. Wie McLaren später bekannt geben würde, handelte es sich um ein Elektronik-Problem – ein zu erwartendes, schließlich war dies die erste Ausfahrt des McLaren aus Eigenproduktion – vor einigen Tagen am Texas Motor-Speedway war man zwar im McLaren Design unterwegs, der Wagen kam jedoch von Carlin während Alonsos Einsatzfahrzeug noch auf dem Weg aus England nach Indianapolis war.

Nachdem die technischen Probleme behoben waren, ging es für den Spanier wieder auf die Strecke. Auch dort wurde man den eigenen Erwartungen noch nicht gerecht: Die Höchstgeschwindigkeit von Alonso betrug 218.690 mph – während Rookie Colton Herta mit 226.108 mph gemessen wurde und der Formel-1 und Indycar Veteran Takuma Sato mit 226.993 mph der Tagesschnellste war.

Natürlich ist das noch kein Weltuntergang für das Unternehmen Triple Crown – ihr erinnert euch: Sieger in Monaco, 24 Stunden von Le Mans und das Indy 500 – doch es ist auch ein Fingerzeig für die Schwierigkeit des Unternehmens. Alonso selbst gibt nach dem Test zu Protokoll, dass es in diesem Jahr eine viel größere Herausforderung ist, das gesamte Projekt selbst zu managen. Gleichzeit gibt er aber auch an, dass die Belohnung natürlich eine unwesentlich höhere wäre, wenn man es in diesem Szenario schaffen sollte das Rennen zu gewinnen.

Am Ende des ersten Tests fährt Alonso dann nur 29 Runden und schafft es auch nicht den vorgeschriebenen Auffrischungskurs auf dem Oval zu beenden – Dinge, die er jetzt in einem engeren Zeitplan nachholen muss.

Weiter geht es nun am 14. Mai mit den ersten offiziellen Trainings für das Indy 500, welches am 26. Mai stattfindet – am Abend nach dem Monaco Grand Prix.

Sören Pröpper
Motorsport und Formel-1 Fan seit den frühen 90er Jahren, hat Nigel Mansell noch im Williams gesehen und freut sich über fetten V8 Sound.

Video: Test Indianapolis 500

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