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Vettel verlässt Ferrari zum Saisonende

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Was bereits gemunkelt wurde, ist nun offiziell - Sebastian Vettel verlässt Ferrari nach sechs Jahren.

Am Ende hat die Harmonie gefehlt: Sebastian Vettel wird die Scuderia Ferrari am Ende der laufenden Formel-1 Saison 2020 verlassen.

Erstaunlich offen kommuniziert der viermalige Formel-1 Weltmeister im offiziellen Statement aus Maranello, „dass es keinen gemeinsamen Wunsch mehr gibt, über das Ende dieser Saison hinaus zusammenzubleiben“.

Vettel gibt zu Protokoll, dass er sich jetzt sein Zeit nehmen wird, um zu überlegen, was er in Zukunft machen möchte. In der Formel-1 stehen ihm (noch) einige Möglichkeiten offen.

So wäre ein Wechsel zu McLaren denkbar. Vettel ist Fan der klassischen Rennställe und könnte sich einen McLaren Auftritt in seinem Lebenslauf sicherlich gut vorstellen – noch dazu fände er mit Teamchef Andres Seidl einen ehemaligen Weggefährten aus BMW Zeiten vor. Carlos Sainz Junior wird zudem schon seit längerer Zeit als Ferrari-Kandidat gehandelt.

Die zweite große Option dürfte Renault sein – wenn es den Australier Ricciardo zu Ferrari ziehen sollte. Hier muss aber abgewartet werden, wie der Konzern die weltweite Corona-Krise übersteht, und ob man in Frankreich nicht langsam die Geduld mit dem Formel-1 Projekt verliert.

Finanzielle Aspekte sollen bei der Entscheidung Vettels keine Rolle gespielt haben – so wird Vettel mit folgenden Worten zitiert: „Finanzielle Angelegenheiten haben bei dieser gemeinsamen Entscheidung keine Rolle gespielt. So denke ich nicht, wenn es darum geht, bestimmte Entscheidungen zu treffen, und so wird es auch nie sein.“

Was bleibt jetzt schon nach sechs Jahren Vettel bei Ferrari? Als der Deutsche zu Ferrari wechselte, war er der neue Hoffnungsträger. Der viermalige Red Bull Weltmeister sollte dem Team wieder zu altem Glanz verhelfen und den großen Michael Schumacher beerben.

Man darf objektiv feststellen, dass ihm das nicht gelungen ist, was er aber nicht alleine zu verantworten hat. Zu stark war der Auftritt des ehemaligen Brawn-Teams in den Farben von Mercedes in den letzten Jahren, zu oft verlor sich Ferrari in internen Streitigkeiten über Technik und Führung. Auch für die irgendwann startende 2020er Saison ist wenig gutes zu erwarten: Mercedes hatte bei den Winter-Tests in Barcelona die Nase vorn, zeigte sich mit dem DAS-System innovativ – Dinge, die Ferrari in den letzten Jahren gefehlt haben.

Hinzu kamen eine ungewöhnlich hohe Zahl an individuellen Fehlern und zu viele Konfrontationen mit dem eigenen Teamkollegen, der aufgehende Stern des Charles Leclerc dürfte Vettels Entscheidung zum Abschied nach sechs Jahren mit beeinflusst haben, zeigt der junge Monegasse doch alles, was Vettel selbst einmal bei Red Bull ausgemacht hat: Jugend, Ehrgeiz, Geschwindigkeit.

Es waren keine verschenkten Jahre bei Ferrari, aber den hohen Erwartungen wurden sie leider nie gerecht.

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