Formel-1

Niki Lauda verstorben

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Niki Lauda, Toto Wolf - Foto: Daimler AG
Foto: Daimler AG

Mit Andreas Nikolaus „Niki“ Lauda verliert die Formel-1 Welt nach dem Tod von Charlie Whiting in diesem Jahr die zweite große Institution des Fahrerlagers. Zwar war der Österreicher schon seit Monaten nicht mehr im Paddock anzutreffen, doch hatte man stets das Gefühl, dass er bald wieder da sein würde. Nach seiner Lungentransplantation 2018 hatte es bis auf einen öffentlich bekannten Rückfall stets geheißen, dass er wieder auf dem Wege der Besserung sei.

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Es hätte zu dem Mann mit dem roten Kapperl gepasst, wenn er plötzlich und angekündigt kerngesund im Fahrerlager aufgetaucht wäre, sich aus alter Gewohnheit das RTL Mikrofon geschnappt hätte und offen, ehrlich und sehr direkt seine Meinung zur aktuellen Situation bei Konkurrent Ferrari von sich gegeben hätte, dazu wird es nun nicht mehr kommen. Niki Lauda verstarb an Nierenversagen nachdem er die letzten knapp 10 Tage schon kämpfen musste und zur Dialyse und wohl phasenweise auch zur Beatmung an Maschinen hing.

Mit den Namen Niki Lauda verbinden viele nur seinen Feuerunfall auf dem Nürburgring 1976, der Unfall, bei dem er 55 Sekunden in seinem brennenden Wagen saß. Der Unfall, der sein Gesicht schwer zeichnete und noch mehr seine Lunge beschädigte und ihm den Rest seines Lebens immer wieder Probleme machen würde. Verfilmt wurde das Ganze in dem überraschend gut gemachten Streifen „Rush“ – Lauda wird gespielt von Daniel Brühl, der den Österreicher unglaublich gut darstellt. Legendär, wie Lauda damals nur 42 Tage nach seinem schweren Unfall wieder an einem Rennen teilnahm und in Monza sensationell Vierter wurde – die Weltmeisterschaft schenkte er damals in Japan ab weil er bei lebensgefährlichen Bedingungen nicht weiterfahren wollte, hier zog Lauda die Grenze zwischen seinem Ehrgeiz und seinem Leben.

Es folgten zwei weitere WM-Titel: 1977 mit Ferrari und 1984 mit McLaren. Abseits der Formel-1 war Lauda als Luftfahrt-Unternehmer bekannt. Unter dem Namen „Lauda Air“ und später nochmal unter dem Namen „Niki“ machte Lauda, selbst Pilot, sich einen Namen in der Branche. Aktuell fliegt wieder eine Linie unter seinem Namen durch den Himmel: „Laudamotion“ bzw. seit diesem Monat unter dem Namen „Lauda“.

1993-1995 war Lauda wieder in der Formel-1 aktiv, als Berater von Ferrari. Er gilt als einer der Strippenzieher, die Michael Schumacher zu Ferrari brachten und zuvor durch eine Neuorganisation das strauchelnde Pferd wieder flott gemacht haben. Unvergessen auch seine RTL-Auftritt bis zum Ende der Saison 2017.

Selbst in der Verantwortung stand er für ca. 10 Monate bei Jaguar als die britische Auto-Marke sich letztmals in der Formel-1 versuchte, Lauda und sein Team aber mit fehlendem Investitionswillen hängen ließ. Seite Herbst 2012 war Lauda als Aufsichtsratsvorsitzender des Formel-1 Teams von Mercedes aktiv, die letzte Saison, in der Michael Schumacher in der Formel-1 fuhr und das Mercedes-Team mit aufgebaut hatte.

Lauda hat aus erster Ehe zwei Söhne und aus seiner Ehe mit Birgit Lauda zehnjährige Zwillinge. Sein Sohn Mathias Lauda ist im GT-Sport unterwegs.

Sören Pröpper
Motorsport und Formel-1 Fan seit den frühen 90er Jahren, hat Nigel Mansell noch im Williams gesehen und freut sich über fetten V8 Sound.

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